Heimat, Heimatpflege, Heimatverband

 

 

Hier der Wortlaut des Vorwortes zum vorgeschlagenen Leitbild des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern, vorgetragen bei der Mitgliederversammlung am 12. September 2015 in Güstrow.

Heimat in Meckelnborg-Vörpommern: Minschen un Landschaften, Lebensort un Buwarke, Städte un Dörper, Gistern, Hüt un nich tau vergeten: Morgen.  ... 
Dit allens is uns‘ Land, is uns‘ Tauhus, uns' Hüsung.

Wecker de Vergangenheit nich kennt, weit nich, wieans dat Hüt dorut wussen is, de kann sein eigen Tied nich verstahn un keine Taukunft richtig in’t Og faten.

Heimat hett tau dauhn mit de Vergangenheit, mit dat Öwerkamen von öltlings her, mit de regionale Geschicht, äwer ok mit uns Brük un Gewenntheiten in uns‘ Gegenwart und mit dat, wat wi in de Taukunft för uns' Land as richtig estimieren.

Taukunft taulaten, ahn de Geschicht tau vergeten. Tradition bewohren as Grundlag, Utkiek un Hoffnung up dat Niege!

Heimat mag de Urt sien wo ein buren is un tagen, Heimat mag en Gefäuhl sien un ein Tausamenhüren. Heimat sall äwer ok sien – nah mien Meinen -  ne apen Gesellschaft, de de Lüd willkamen heit, de hier Heimat säuken, ob se ut Regensburg kamen oder ut Kabul. En ganz Deil von mien Fomilie wier nich gor nich dor, wiern de Vörfahren nich ut Nazi-Dütschland utneihgt un harrn in anner Länder Asyl funnen. In Amerika gew dat kein Reuterdenkmal, wieren in’t 19. Johrhunnert nich so väle Meckelnbörger utwannert. De hebben grote Verdeinste an den Upbu von de amerikanische Gesellschaft. Un wieren dormals doch blot dat, wat wi hüt so unschön „Wirtschaftsflüchtlinge“ näumen.

Europa hat und auch Deutschland hat einen großen Teil an Verantwortung dafür, dass in vielen Ländern das Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Und bevor dort die Leute verhungern oder versaufen, müssen sie sich einen neuen Lebensraum suchen, eine neue Heimat.

Meckelnbörgsche un vörpommersche Traditionen, sei sünd uns leiw un dür. Man worüm sall dat ümmer so sien, dat uns bi de meckelbörgschen Dänz all bi’t Taukiken de Fäut inslapen, dat männig plattdütsch-Autoren ümmer blot wat von „damals in min Kinnertied“ schriewen, dat Heimatpleg an’n leiwsten in Fraktur schrewen ward, dat de Mäkelbörger Dracht männigmal so gruglich unkleidsam utsüht, dat de jungen Lüd de üm’t Verrecken nich antrecken mägen. Dat sünd en por von de Themen, de för de Heimatpleg in uns‘ Land, mein ick, hüt anstahn. De Bayern sünd uns dor – deiht mi leid – wiet vörut. Kieken S‘ sick mal de Internetsieden von de an, wo modern de sick gäwen. Kieken S‘ sick de Datenbanken an, woans all dor Forschung mäglich is. Un denn entwickeln se ehre Traditionen wieder, hebben taun Bispill ut de bayrische Dracht all lang kleidsame schicke Mode entwickelt, de ok för en Opernball oder en Niejohrsempfang döggt. Wo is de Designer, de sick mal eine von de Mäkelbörger Drachten vörnimmt, de Rehnsche oder de Bistowsche oder süss wat un kiekt, wat hei dor nich ok för de Frugens wat bannig modisches ut maken kann, oder ok mal en richtig scharpen Haut, de blot ein Element von de olle mäkelbörgsche Huw an sick hett. Ick segg: rut mit de Fraktur ut de Heimatpleg! Na, mit de niegen Inwanderers ward sick  Mäkelnborg-Vörpommern sowieso verännern. Un ok uns‘ Sicht up de ollen Tiden, up uns‘ Brük un Traditionen.. Un dat is gaud so.

Das Plattdeutsche ist nach Tucholsky die Sprache des Meeres, es klingt grob, zart und manchmal so herrlich besoffen. Na gut, ein duner Plattdeutscher, soll vorkommen. In Wirklichkeit ist die Sprache eben doch klar und nüchtern. Macht keinen Firlefanz mi