Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die Klosterlandschaften mit all seinen Facetten zum Thema des Kulturdenkmals/erbes des Jahres 2026 gewählt.
Die Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg - Vorpommern e.V. unterstützt die Kampagne 2026 als Kooperationspartner
Klosterlandschaften sind besondere Kulturlandschaften, die durch das Wirken von Klöstern und deren Bewohnern auf Grund ihrer autarken Wirtschaft geprägt wurden. Diese Landschaften umfassen sowohl die Klostergebäude selbst als auch die umliegenden Territorien, die von den Klostergemeinschaften über Jahrhunderte hinweg genutzt und gestaltet wurden.
Nicht nur in den ländlichen Räumen, sondern auch in den Städten entstanden mit dem Aufkommen der Hospital- und Bettelorden (Franziskaner, Dominikaner, Karmeliten, Augustiner, Antoniter) viele Klöster, die die Stadtlandschaften beeinflussten.
Neben Baukultur und Kulturlandschaften ist auch das Immaterielle Kulturerbe, welches von Klöstern ausging und ausgeht, von hoher Bedeutung.
Klosterlandschaften bieten damit einen faszinierenden Einblick in die religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Geschichte in Europa und sind oft Orte der Ruhe und Besinnung (spiritueller Tourismus). Ein gutes Beispiel für die heutige grenzüberschreitende Zusammenarbeit bietet das europäische Projekt Cisterscapes, welches 17 Partner aus Deutschland, Österreich, Polen, Slowenien und Tschechien umfasst. Über die gemeinsame Zusammenarbeit zu klösterlich geprägten Kulturlandschaften in Europa haben die Partner das Europäische Kulturerbesiegel verliehen bekommen.
Im Rahmen der Kampagne zum Kulturerbe des Jahres sollen daher Spuren von Klosterlandschaften und deren sichtbare Ausprägungen sowie das dazugehörige Immaterielle Kulturerbe zusammengetragen werden.
Pflege, Nutzung und Kommunikation über dieses Kulturerbe werden häufig von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bewegungen unterstützt bzw. sogar übernommen. So gibt es in MV viele verschiedene Vereine und Initiativen, die sich der Aufgabe widmen, historische und gegenwärtige Elemente zu finden, zu erhalten und zu erklären.
Dieses zivilgesellschaftliche Engagement möchte der HMV gemeinsam mit seinen Mitgliedern und der Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg - Vorpommern e.V. besonders würdigen.
Unsere Vorstellung der Klosterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit Ribnitz, so recht ein Beispiel für die Verbindung unserer beiden Landesteile. Danach werden weitere Klosterentdeckungen von der Insel Rügen bis an den Schalsee aufgeführt. Eine erstaunliche Anzahl von Klöstern gab es seit dem frühen Mittelalter, erst recht von Westen nach Osten – denkt man an Rehna bei Gadebusch oder Wanzka bei Neubrandenburg. Die Orden der Prämonstratenser, der Benediktiner und der Zisterzienser-Orden wurden mit der Klostergründung vor 700 – 800 Jahren betraut, sie gründeten Mönchs- und Nonnenklöster, es folgten die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner in den mittelalterlichen Städten.
Bis in unsere Zeit haben sich die standhaften Bauten erhalten, die zu den schönsten Denkmalen der Backsteingotik im Norden zu zählen sind, auch imposante Ruinen der Klausurgebäude gehören dazu. Die ehemaligen Klosterkirchen sind bis heute Zentren der evangelischen Kirchengemeinden der Nordkirche im Sprengel Pommern und Mecklenburg, Erstaunliche Lebenskraft zeigen die Gemäuer, die nun auch neue und neueste Geschichte mitgeschrieben haben:
Die Klosterruine Eldena hätte es nicht mehr gegeben, wäre nicht an der Wende zum 19. Jahrhundert die Erforschung der Landesgeschichte und ihrer Altertümer ein brennendes Bedürfnis von Denkern und Philosophen, aber auch von Laien – „Dilettanten“ - wie man sie auch nannte, in den Blick genommen worden. Es wurde gezeichnet, gegraben, gefunden und beschrieben: die ersten Handbücher der Kunstdenkmale der Länder – Inventare genannt - erschienen, die heute im neuesten „Dehio“ die praktikabelste Zusammenfassung der Informationen für das Erleben auf einer Wanderung oder Exkursion ins Land bieten.
Die Klosterruine Eldena in Greifswald profitierte davon in den 1820er Jahren, allerdings hat auch die Bekanntheit von Caspar David Friedrichs Werk für die notwendige Restaurierung gesorgt. Einige Klosterstätten wurden schon nach der Reformation, als Mecklenburg und Pommern den neuen evangelischen Glauben annahmen, zu Landesdamenstiften zuerst für die noch lebenden Nonnen und dann für die Anwärterinnen für bürgerliche oder adlige Damen, manchmal bis 1945 (Rostock, Malchow, Ribnitz, Dobbertin und Bergen auf Rügen). Sie wurden aber auch zu Schulen wie z. B. in Wismar und Stralsund – ihre Vorgänger waren die Dominikanerklöster, die besonders auf Glauben und Wissen setzten. Von den Franziskanern sprechen wir von sozialtätigen Klosterleuten. Die Museumsbauten in Bergen auf Rügen a. R., Neubrandenburg, Rostock, Greifswald, Stralsund haben ebenfalls eine große klösterliche Vergangenheit.
So wie die Sonne den Backstein strahlend macht, so Ehrfurcht gebietend und Andacht weckend sind ihre Klosterkirchen und –anlagen noch heute. Das macht sie geeignet für ein evangelisches Pilgerkloster wie in Tempzin in Mecklenburg oder die Schlosskirche Franzburg, die im 16. Jahrhundert zum pommerschen Schloss auf ehemaligem Klostergrund der Zisterzienser gehörte.
Und so präsentieren wir jeden Monat ein Kloster des Monats aus Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit der Gemeinschaft der Klosterstätten in Mecklenburg - Vorpommern e.V.
