Die Heimatstube in Groß Nemerow
Sie ist leicht zu finden und in einem historisch interessanten Gebäude, dem ehemaligen Spritzenhaus, untergebracht. Dieses wurde im Jahre 1800 auf herzogliche Anordnung zur Unterstellung der Feuerspritze erbaut. 1979 erfolgte eine umfangreiche Renovierung und 1981die Eröffnung der Heimatstube. Das Gebäude wurde 1996 mit Geldern des Denkmalschutzes saniert. Es erhielt ein neues Dach und einen Dachboden. Dadurch entstand mehr Ausstellungsfläche.
Reinhard Schulz, dem Gründer und leidenschaftlichem Verfechter für die Schaffung einer Heimatstube hat das Dorf Groß Nemerow zu verdanken, dass es dieses interessante Museum der besonderen Art gibt. Als Dorfchronist sammelte er frühgeschichtliche Gegenstände, alte Ziegel, landwirtschaftliche Werkzeuge und Geräte, Handwerkzeuge und Geschirr, Haushalts- und technische Geräte. Die meisten Exponate hat er selbst zusammengetragen und auch teilweise restauriert. Sie besitzen in der Regel keinen Gebrauchswert mehr, vermitteln aber, wie und womit sich unsere Groß- und Urgroßeltern auf dem Feld, in der Scheune, im Stall und in der Küche bedienten. Selbst alte Nähmaschinen, Radios, Ausrüstungsgegenstände der NVA und Feuerwehr, Schlitten und Schlittschuhe sogar ein fast fürstliches Kleid sind zu bestaunen. Vor dem Eingang zur Heimatstube liegen mehrere Mahlsteine aus dem 11. und 12. Jahrhundert. In der schräg gegenüberliegenden ehemaligen Grundschule (jetzt Bürgerhaus) hat der 2014 verstorbene Reinhard Schulz zwei kleine Räume als Schulmuseum eingerichtet. In diesen finden die Besucher alte Schulbücher, Schulbänke, eine Gesteinssammlung, ausgestopfte Tiere aus der Region, Dorfmodelle von Groß Nemerow und seinen Ortsteilen vor 1945 und 1987, Schiefertafeln und weiteres Unterrichtsmaterial.
Die Heimatstube verfügt über ein Erd- und ein Obergeschoß. Auf Tischen, in Regalen und Schränken, aufgehängt an den Wänden und der Decke sind die meisten der fast 2000 Ausstellungsstücke zu sehen. Kleine Schilder mit der Bezeichnung des Gegenstandes helfen dem Betrachter beim Erkennen und Verstehen des Verwendungszweckes.
Die Heimatstube und das Schulmuseum werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Kulturvereins Groß Nemerow e. V. betrieben und gehören zum Bestand der Liegenschaften der Gemeinde Groß Nemerow in der Stargarder Straße.
Interessierte Besucher können gern zur Terminabsprache für eine Besichtigung bzw. Führung anrufen: Herrn Karsten Lembke: Telefon 039605-20365
Lothar Hannß, Arbeitsgruppe Ortschronisten/Heimatforscher Groß Nemerow
Fotos: Lothar Hannß, Gemeindearchiv, Nordkurier, Freie Erde
