Die Heimatstube in Rieth befindet sich in einem kleinen, idyllischen Fachwerkhaus – dem ehemaligen Spritzenhaus der Feuerwehr. Dass Rieth heute über eine solche Sammlung verfügt, ist vor allem dem Engagement von Hedwig Ruh (1921–2005) zu verdanken. Mit großer Hingabe trug sie über viele Jahre hinweg zahlreiche Gegenstände zusammen und bewahrte sie sorgfältig auf. Auch viele Riether Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Sammlung und steuerten verschiedenste Erinnerungsstücke bei – darunter alte Haushaltsgeräte, Geschirr und Kleidungsstücke. Lange Zeit fehlte jedoch ein geeigneter Ort, um diese Zeugnisse vergangener Zeiten angemessen zu präsentieren. Erst als die Feuerwehr im Jahr 1998 ihr neues Domizil bezog und das alte Spritzenhaus leer stand, eröffnete sich diese Möglichkeit. Im September 2000 wurde schließlich ein Nutzungsvertrag mit der Gemeinde geschlossen, und das Gebäude wurde mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Bedauerlicherweise kann die Heimatstube in Rieth aufgrund ihres sanierungsbedürftigen Zustands nicht betreten werden. Das Eingangstor ist jedoch von Mitte März bis Oktober täglich geöffnet, sodass Besucherinnen und Besucher einen Blick ins Innere werfen können. Der vordere Bereich ist wie ein Wohnraum gestaltet – mit Schrank, Tisch und Bett. Dort finden sich auch eine hölzerne Waschtrommel, ein Spinnrad, ein altes Grammophon sowie weitere historische Gegenstände. Der hintere Teil des historischen Gebäudes ist als Küche eingerichtet. An der Außenwand des Hauses sind zwei Schaukästen mit historischen Fotografien aus Rieth angebracht; zudem lädt ein kurzer Artikel dazu ein, mehr über die Ortsgeschichte zu erfahren. Unter einem schützenden Vordach stehen ein Dreschkasten und eine Getreidereinigungsschleuder. So klein die Heimatstube auch sein mag – sie wird dennoch sehr geschätzt und ist ein Treffpunkt!
Text: Christine Gaster
Bilder: Markus Cleve
