Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern erhalten!

Information zur Petition

Die Unterschrift unter unsere Petition zeigt Wirkung. Gestern konnten wir nach unserer viermonatigen erfolgreichen Unterschriftensammlung insgesamt 1.370 Unterschriften aus ganz Deutschland und darüber hinaus für den Erhalt und die Stärkung der traditionsreichen Bildungsstätte an den Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V, Dr. Jürgen Buchwald, übergeben.

Dazu BUND-Sprecher Arndt Müller, Mitglied des BUND-Landesvorstandes:
„Wir fordern mit unserer Petition einen weiterhin freien und vielfältigen Bildungsbetrieb der Landeslehrstätte mit dem dafür notwendigen Personalbestand. Zensur des Veranstaltungsprogramms, Hineinregieren in den Bildungsbetrieb und Personalabbau vertragen sich nicht mit dieser traditionsreichen Fortbildungseinrichtung, die bei der Entwicklung des DDR-Nationalparkprogramms in der Zeit der politischen Wende eine wichtige Rolle spielte.

Es ist gut, dass heute Staatssekretär Dr. Buchwald uns gegenüber deutlich machte, dass die ursprünglich geplanten Veränderungen in der Landeslehrstätte so nicht kommen. Insofern hat unsere Petition Wirkung erzielt. Wir hoffen in Zukunft bei der Entwicklung der Landeslehrstätte auf einen besseren Dialog mit uns Ehrenamtlichen. Wir brauchen das Fortbildungsprogramm und das Land braucht wiederum unsere Beiträge für die Lösung wichtiger Landesaufgaben.“

Zur Erinnerung noch einmal der Hintergrund:

Im Herbst 2020 wurden Pläne des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V bekannt, die eine Umstrukturierung der traditionsreichen Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung vorsahen. Das Landesamt plante, Personal aus der Bildungseinrichtung abzuziehen und sie zu einer Stabsstelle der Amtsleitung umzustrukturieren und die Landeslehrstätte als eigenständige Institution aufzulösen. BUND und Heimatverband informierten sich über die Pläne und protestierten gegen die geplanten Maßnahmen. Nach ihrer Auffassung ist mit den geplanten Veränderungen ein weitgehend freier, vielfältiger und umfangreicher Bildungsbetrieb der Landeslehrstätte nicht mehr in der bisherigen Qualität gewährleistet.

Mit einer im November 2020 aufgesetzten Petition und einer damit verbundenen, kürzlich beendeten Unterschriftensammlung wird der Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus aufgerufen, die Landeslehrstätte und damit Umweltbildung und Wissenstransfer zur Bewältigung der Naturschutzkrise zu stärken. BUND und Heimatverband kritisieren insbesondere, dass der Minister die vielen ehrenamtlichen Natur- und Umweltschützer*innen sowie Kulturlandschafts- und Heimatpfleger*innen und ihre Interessenvertretungen nicht in die Überlegungen des Landesamtes einbezog. Die Ehrenamtlichen, aber auch zahlreiche Berufsgruppen insbesondere auch in den Verwaltungen brauchen das umfangreiche Fortbildungsprogramm der Landeslehrstätte. Das Land wiederum ist auf das ehrenamtliche Engagement der Natur- und Umweltschützer*innen sowie Heimatengagierten angewiesen, da es sonst viele administrative Aufgaben im Natur- und Umweltschutz nicht bewältigen kann.

BUND M-V und Heimatverband M-V werden die Entwicklung der Landeslehrstätte weiter verfolgen. Ohnehin agieren wir bei einigen Veranstaltungen als Mitveranstalter*innen. Auch, wenn die Umstrukturierung und der Personalabbau in der Lehrstätte - sicher auch auf unseren gemeinsamen Druck hin - aktuell abgeblasen wurden, geht es für uns weiter darum, einen unabhängigen Bildungsbetrieb zu sichern. Uns unverständliche Absagen von einzelnen bereits geplanten Veranstaltungen bieten Anlaß zu Sorge. Eine inhaltlich freie Landeslehrstätte ist aus unserer Sicht für den demokratischen Diskurs und die Bewältigung wichtiger gesellschaftlicher Herausforderungen (Klimawandel, Abnahme der Biodiversität usw.) unverzichtbar. Sollte es erneut Vorstöße geben, die eine Schwächung der Landeslehrstätte bedeuten, werden wir erneut aktiv werden.

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