Plattdeutsche Ortsschilder in MV

Amtliche Zusatzschilder am Ortsschild sind gesetzlich erlaubt


Seit März 2021 ist es in Mecklenburg-Vorpommern den Städten und Gemeinden erlaubt, ein amtliches Zusatzschild am Ortseingangsschild zu führen, das den plattdeutschen Ortsnamen anzeigt.

Damit folgte das Ministerium dem Prüfauftrag und einem Beschluss des Landtages, vor allem aber den Initiativen des Bürgerhafens Greifswald und des Heimatvereins Grevesmühlen. Ziel ist es, die niederdeutsche Regionalsprache sichtbarer zu machen und sie in den Alltag zu bringen.

Die Zusatzschilder müssen bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde beantragt werden, die Kosten müssen die Gemeinden dafür aufbringen. Das Zusatzzeichen ist weiß mit blauem Rand und blauer Schrift und wird unterhalb des gelben Schildes angebracht.

 

 

Unterstützung bei der Recherche nach einem amtlichen plattdeutschen Ortsnamen finden Sie beim Heimatverband MV und den Universitäten in Greifswald und Rostock. Wir schlagen folgendes Vorgehen vor:

  1. Recherche vor Ort
    Was ist der örtliche Sprachgebrauch? Was war er früher?
    Was sagen die Einwohner*innen?
    Welche schriftlichen Quellen wie Ortschroniken, Ersterwähnungen und ähnliches gibt es?
  2. Recherche in der Literatur
    In den Flurnamenarchiven und Ortsnamenbüchern können Sie plattdeutsche Ortsnamen finden.
  3. Sprache klären
    Sind die historischen Ortsnamen überhaupt plattdeutsch oder slawisch, polabisch oder gar hochdeutsch?
    Wird dennoch ein plattdeutscher Ortsname im Alltag verwendet?
    Ist der vermeintlich hochdeutsche Ortsname bereits ein plattdeutscher?
  4. Schreibweise überlegen
    Es sollte die Schreibung nach Renate Hermann-Winter verwendet werden. Das ist die offizielle niederdeutsche Rechtschreibung im Land.
  5. Akzeptanz im Ort schaffen
    Egal ob aus schriftlichen oder mündlichen Quellen: begrüßen die Bürger*innen im Ort einen oder den von Ihnen vorgeschlagenen Ortsnamen mit der entsprechenden Schreibweise?
    Begeistern Sie die Menschen im Ort für ihren plattdeutschen Ortsnamen.
  6. Plattdeutschen Ortsnamen bestätigen lassen beim Heimatverband MV und einer der Universitäten.
    Bitte wenden Sie sich dazu an Karola Stark vom Heimatverband: stark( at )heimatverband-mv.de oder 039778 286352.
  7. Beschluss im Gemeinderat
    Bestätigten plattdeutschen Ortsnamen beschließen und die Finanzierung vor Ort für die Zusatzschilder sichern.
  8. Zusatzschild beim Ordnungsamt bzw. Straßenverkehrsamt beantragen, anbringen, feierlich enthüllen und auch den Medien bescheidgeben.
  9. Im Alltag platt schnacken.

Nachschlagewerke für Ortsnamen in Mecklenburg und Vorpommern

Hier finden Sie demnächst Links und bibliographische Hinweise auf Nachschlagewerke zu plattdeutschen Ortsnamen.


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