Aktuelles

Heimatverband auf der ITB

Am 8. März vertrat Dr. Cornelia Nenz den Heimatverband MV auf dem Stand des Tourismusverbandes MV zum Thema "Traditionen und Bräuche". Große Zustimmung zu den Zielen des HMV, der ein Verband für alle ist, die hier Heimat haben oder Heimat suchen. Zustimmung auch zu Plattdeutsch und zu der Aufforderung, Selbstbewusstsein und Stolz auf unsere Heimat zu zeigen.

Einzug in die neue Geschäftsstelle

Die Einweihungsfete - gelungen. Bäten Kultur, bäten Rede, bäten Danz ´von de jungen Danzlüd ut Kreihnsdörp (Grevesmühlen), Ulrike Stern vertellte von ehr Reis' nah Amerika, wo se de Original-Handschrift von "Kein Hüsung" wohrhaftig in de Händ kreg un nu eine Kopie wieste.
Un de Clou wier dat Buffet mit frisch backt Brod von uns' Witziner Dörpschaft.

 

Ulrich Reuter hinterließ dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern seine Heimat-Bibliothek

 Einer von den Stillen im Lande war er, Gartenbauer, Heimatforscher, Chronist und Sammler, einer, der seine weitere und engere Heimat liebte, für sie einstand und ihr Ehre erwies.

Ulrich Reuter war in Bliesekow zu Hause, wo die Eltern nach dem Krieg eine Neubauernwirtschaft gegründet hatten. Die Mutter Else, bescheiden, arbeitsam, genoss zeitlebens die Liebe und die Fürsorge ihres Erstgeborenen. Sie hatte nach dem Kriegsende die Entscheidung für die Zukunft der Familie fällen müssen, während der Vater noch in französischer Kriegsgefangenschaft war.

Ulrich war am 4. Juni 1943 in Vogtshagen geboren worden, sein Bruder Gerhard, der später nach Berlin zog, vier Jahre danach in Bliesekow.

Ulrich blieb im elterlichen Haus, besuchte die Schule, absolvierte eine Gärtnerlehre und studierte schließlich Gartenbau. Als Gartenbau-Ingenieur leitete er viele Jahre eine Abteilung im Gartengestaltungsbetrieb der Stadt Rostock. Er war verantwortlich für die fianzielle Planung der Grünanlagengestaltung der Stadt und bemühte sich, Rostock „so grün als möglich“ zu machen.

Dass nun die organisatorischen Aufgaben die praktische Arbeit in den Hintergrund drängten, kompensierte er im heimischen Garten, den er als „Gärtner mit Leib und Seele“ gestaltete, lange Zeit auch Kleintierhaltung betrieb und sich um das elterliche Grundstück kümmerte.

Eine eigene Familie blieb ihm versagt, doch seine Zeit war nicht nur mit der Sorge um die Eltern – nach dem Tod des Vaters 1989 pflegte er die Mutter bis zu ihrem Tod im Jahr 2013 – ausgefüllt, in seiner knappen freien Zeit widmete er sich auch noch der Heimatgeschichte.

Er war einer der vielen ehrenamtlichen Boden- und Denkmalpfleger und dokumentierte und sammelte Fundstücke und Belege zur Geschichte seiner engeren Heimat. Er wirkte an einer Chronik der Gemeinde Stäbelow mit und war viele Jahre lang Mitglied in der Interessengemeinschaft „Historie Hanstorf“.

Seine Nachbarn, die sich in seinen letzten Lebensmonaten um ihn kümmerten, schilderten ihn als einen klugen, liebenswürdigen, freundlichen und genügsamen Mann, an den sie gern zurückdenken.

Ulrich Reuter starb am 7. März 2015 in einem Hospiz in Rostock. In seinem Testament vererbte er seine Bibliothek dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern.

Dankbar nahmen wir diese Erbschaft an und werden sie in Kürze bei geeigneten Räumlichkeiten als Präsenzbibliothek gern unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen.

(C. Nenz, unter Verwendung von Informationen von Heidemarie Schuldt-Jahnke)


Landesprogramm "Meine Heimat - Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern" auf den Weg gebracht

Am 9. August 2016 unterzeichneten der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Mathias Brodkorb, und die Vorsitzende des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Cornelia Nenz, das Landesprogramm "Meine Heimat - Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern".

Gleichzeitig fand eine Beratung zu dem langfristigen Projekt "Heimatkiste" für Kindertagesstätten in Mecklenburg-Vorpommern statt, das der Heimatverband gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQMV) noch in diesem Jahr beginnen wird.


Grand prix der Folklore in Ribnitz-Damgarten

An diesem Wochenende sind die Stadt und ihre Gäste völlig auf internationale Folklore eingeschworen. Die begeisternde Atmosphäre war schon bei der Eröffnungveranstaltung am 27. Juli spürbar. Der Marktplatz war voll! Unseren Vorstandsmitglieder Holger Hurtig und Katja Zühlsdorff zollen wir großen Respekt für diese tolle Leistung.
Das Wossidlo-Ensemble eröffnete den Reigen mit dem "Böttchertanz.
Aus der Slowakei kam das Ensemble Magurak.
Tatsächlich zwei 80-Jährige tanzen mit auf der Bühne bei dem polnischen Ensemble Mystkowianie. Folkloretanz hält eben fit!
Natürlich mit einer glutvollen Tarantella kamen die Tänzer von "A Lanterna" aus Italien.
Eine Bedingung für die Teilnahme am Wertungsprogramm: richtige handgemachte Musik. Die italienischen Gäste bewältigten die Aufgabe mit Glanz und zeigten ihre musikalische Qualität in einem Solo.
Aus den USA kamen Mitglieder des Ensembles "Kamenka",. Mit ihrem temperamentvollen Rock'n Roll und einem Gospel präsentierten sie tradierte Tänze und Musik ihres Heimatlandes.
Getanzte Gesellschaftsbeschreibung lieferten die rumänischen Gäste "Soimii Carpatilor" Der Tanz ließ ausschließlich die Männer sich in Soli spreizen. Und das natürlich mit umwerfendem Charme. Die Tänzerinnen wuselten gelegentlich um sie herum, machten hübsche Geräusche und ansonsten ihren Gebietern die Dominanz nicht streitig …
... ganz anders die Tänzerinnen von "Abraševic“ aus Serbien, die mit ihren temperamentvollen Soli das Publikum begeisterten.
Ein professionell choreographierter Zimmermannstanz des gastgebenden Folklore-Ensembles "Richard Wossidlo" mit bayerischem Musikanteil beschloss die Eröffnungsveranstaltung.







Brainstorming

v.l.: Leif Tennemann als Gast, Prof. Dr. Methling, Karl-Ludwig Quade, Franziska Podszuck, Dr. Cornelia Nenz, Dr. Christoph Schmitt. Hinter der Kamera der Gastgeber Hans Hüller.

25. Juli 2016

Zu einem Brainstorming hatte der Vorstand des HMV nach Witzin eingeladen. In launiger Gesprächsrunde ergaben sich zahlreiche gute Ideen für die künftige Tätigkeit des Verbandes, der inzwischen um 2000 Mitglieder zählt. Spannende Aufgaben stehen uns gemeinsam mit unseren Mitgliedsvereinen bevor. Unter anderem soll eine Hymne für das Land Mecklenburg-Vorpommern ausgelobt werden, und gemeinsam mit dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum wird wieder bis zum 7. November, dem Geburtstag Fritz Reuters, das "Plattdeutsche Wort" gesucht.

MV-Tag in Güstrow

MV-Tag in Güstrow, 9. und 10. Juli 2016. Anstrengend aber schön: Wir hatten eine Pagode gemietet, die fleißig besucht wurde; die wunderbaren Kinder der Kita Lütt Matten aus Neubrandenburg waren zu Gast und die Musikanten der Dörpschaft Witzin. Viele Kinder gaben unserem Heimathaus die nötige Farbe, und zum Schluss bekamen wir auch noch Besuch vom Ministerpräsidenten.

19. Juni 2016: Reuterfestspiele in Stavenhagen

Der Ehrenpreis für Karl Peplow (2. von rechts) (Foto: D. Wiegert)

Im Rahmen der von der Stadt Stavenhagen und dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. gemeinsam veranstalteten Reuterfestspiele am 19. Juni 2016

knüpfte der Heimatverband an die Traditionen des früheren Landesheimatverbandes MV an.

Er verlieh einen Ehrenpreis für langjährige und kontinuierliche Arbeit in der Heimatpflege an den langjährigen Leiter der plattdütschen Späldäl to Stralsund, Karl Peplow.

Aus der Laudatio von Cornelia Nenz:

Karl Peplow hat sein Leben lang die plattdeutsche Sprache gepflegt, er hat nicht über sie gesprochen, sondern plattdütsch snackt. Hei is en Plattdütschen dörch un dörch. 

Öwer 35 Johr is hei in den nedderdütschen Bühnenbund, wo hei ok Gründungsmitglied wier un väle Johr ok ehr Vörsitter.

Dat de Plattdütsche Späldäl to Stralsund in dat Johr 2020 sien hunnertstes Jubiläum fiern kann, is sünnerlich Korl tau verdanken. Hei wier en richtigen tauverlässigen Baas, schrew Stücken för de Bühne, öwersett’te weck in dat vörpommersche Platt un stüerte dat Ensemble in DDR-Tieden und ok in de sworen Tieden von den Ümbruch, wo vele Amateure dat Grugen kregen un scheitert sünd. De Stücken von de plattdütsche Späldäl to Stralsund sünd nich blot heitere Schenkelklopper, nee, de spälen ok nahdenkliche un iernsthaftige Stücken, so as in de letzte Tied „Dat Kahnwief“. Nu hett hei ganz ahn Eitelkeit – un dat is jo för en Mannsminsch ganz sünnerlich tau lawen -  dorvör sorgt, dat de Erfolgsgeschicht von de Bühne wiedergeiht un hett sienen Sähn rantreckt, dat de – un ganz gewiss ünner de kritischen Ogen von Vaddern – de plattdütsche Sprak wiederdröggt. Korl Peplow, Sei hebben uns‘ iersten Ihrenpris miehr as verdeihnt, un ick freu mi siehr, Sei den nu in de Hand drücken tau känen .

Plattdeutscher Liederwettbewerb

Gerrit Hoss: "In disse Tied"
Wolfgang Rieck: "Un sei danzt..."
Lars Köster: "Leev koom un bliev in mien Huus"

In dem von Stadt und Heimatverband gemeinsam ausgelobten plattdeutschen Liederwettbewerb erhielten

den 1. Preis Gerrit Hoss aus Hamburg für: "In diesse Tied".

den 2. Preis Wolfgang Riek aus Rostock für "...un se danzt"

den 3. Preis Lars Köster aus Bremen für "Leev koom un bliev in mien Huus".

Alle Interpreten bewiesen, dass es möglich ist, moderne Musik mit der alten plattdeutschen Sprache zu verbinden und neue Inhalte zu vermitteln.

Die Jury  waren: Michael Gielow, Niederdeutsch-Schulberater, Hans Hüller, Vorstandsmitglied Heimatverband M-V e.V., Jane Sonnenberg, Plattdeutschbeauftragte des Landes M-V, Norbert Bosse, Freier Journalist und Moderator.

Gerade wurde bekannt, dass Gerrit Hoss auch den Musikpreis 2016 der Stadt Bad Bevensen erhält.

Dazu kommentierte die Jury:

Die sauberen Arrangements, die hochwertige Produktion, die rechtschaffend plattdeutschen Texte gaben den Ausschlag: Gerrit Hoss erhält den Bad Bevensen – Preis 2016. Bereits seit 1985 wird die Auszeichnung für „besondere Leistungen auf dem Gebiet vokaler und instrumentaler Gestaltung und Interpretation niederdeutscher Texte“ verliehen. Der Preis, gestiftet von der Stadt Bad Bevensen, ist mit 2000 Euro dotiert.

Gerrit Hoss ist herausragender Repräsentant einer seit einigen Jahren wachsenden Szene von jungen Bands und Einzelkünstlern, die Niederdeutsch als Gesangssprache in der Popmusik verwenden. Das Idiom ist ihnen Ausdruck eines positiven nördlichen Heimatgefühls. Mit dem dezenten Geschmack des Subkulturellen bietet die Sprache sich heute gerade jüngeren Künstlern als Alleinstellungsmerkmal an.

Gerrit Hoss, 1980 geboren und heute wieder beheimatet in Münsterdorf bei Itzehoe, studierte von 2004 – 2005 Gitarre in München. Er vermisste den Norden und erlebte, wie die Bajuvaren – anders als seine norddeutschen Altersgenossen – ihr kulturelles Erbe pflegen. Hoss fühlte einen Mangel, tröstete sich mit Kiesewetters „Freesenhoff“, und begriff, wie viel ihm die plattdeutsche Sprache als Teil seiner „Heritage“ bedeutet. Es ist die alte Geschichte von der Heimat, die einem nirgends so nahe geht wie in der Ferne.

 

 


Tradition und Moderne

Die nächsten Veranstaltungen und Projekte, die von uns ausgehen bzw. an denen wir uns beteiligen. Weiter >

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