Kulturdenkmal des Jahres

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) weist mit seiner jährlichen Wahl des Kulturdenkmals des Jahres auf die Vielfalt des kulturellen Erbes hin und macht auf gefährdete Elemente der Kulturlandschaft aufmerksam. Das Kulturdenkmal des Jahres wurde 2004 zum ersten Mal ausgerufen.
 

Zum Kulturdenkmal 2022 Historischen Mühlen und die Mühle des Monats im Jahre 2022 hier...

Kulturdenkmal des Jahres 2024

„Zeichen von Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft“

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die „Zeichen von Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft“ mit all seinen Facetten zum Thema des Kulturdenkmals des Jahres 2024 gewählt.

Als Bundesverband der Bürger- und Heimatvereine, der zusammen mit seinen Mitgliedsverbänden die Interessen von rund einer halben Million Mitgliedern vertritt, macht der BHU mit der jährlichen Initiative „Kulturdenkmal des Jahres“ auf bedeutende und erhaltenswerte Kulturlandschaften mit ihren Elementen aufmerksam.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. unterstützt die Kampagne 2024 als Kooperationspartner.

Den Flyer zu den „Zeichen von Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft“ aus ganz Deutschland können Sie in gewünschter Anzahl in unserer Schweriner Geschäftsstelle bestellen.

Gemeinsam mit dem Landesverband MV im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

veröffentlicht der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern jeden Monat eine Gedenkstätte des Monats.

Krieg und Frieden in der Kulturlandschaft

Die in Deutschland entstandene Erinnerungskultur prägt unsere Landschaft. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte sich nach den Kriegen eine vielfältige Gedenkkultur mit einer großen Anzahl an Monumenten. Anlässlich der zahlreichen Opfer des 1. Weltkriegs meldete sich auch der BHU (damals noch Deutscher Bund Heimatschutz) zur Gestaltung der Memorialkultur zu Wort. Augenzeugen von Kriegen und Gewalt berichten von dem unsäglichen Kriegsleid und mahnen kommende Generationen vor den Folgen. Dieses Engagement manifestiert sich auch in zahlreichen Denkmälern. Manchmal sind sie einfach und offensichtlich zu erkennen wie bei Mahn- und Gedenkstätten, Stolpersteine, Friedensbäume, Gegendenkmale, Skulpturen, aber auch Graffiti und Kunstobjekte mahnen, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind. Traurigerweise ist das Thema hochaktuell. Wir befassen uns mit der Erinnerungskultur zu kriegerischen Auseinandersetzungen und mit deren Zeugnissen in der Kulturlandschaft. Es gilt zu erforschen und zu erinnern, aber auch zur Bildung für den Frieden beizutragen.

Hierzu veröffentlichen wir mit dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. jeden Monat eine Gedenkstätte des Monats für MV.

 

Gedenkstätte des Monats Mai 2024

Gefangenenfriedhof Parchim am Dammer Weg

In den Jahren des Ersten Weltkrieges befanden sich in der Stadt Parchim bis zu 15.000 Kriegsgefangene. Sie wurden in einem Kriegsgefangenlager untergebracht, was bis zum russisch-polnischen Krieg 1921 betrieben wurde. Aufgrund dieser hohen Anzahl an Kriegsgefangenen, begann die Planung schon Ende 1914 für einen Gefangenenfriedhof im Dammer Weg. Soldaten aus Russland, Frankreich, Belgien und England fanden dort in Einzelgräbern ihre letzte Ruhe. Aufgrund der blutigen Gefechte an der Ost- und Westfront verbreiterte sich der Friedhof auf 11.000 Quadratmeter. Im Jahre 1916 wurde auf Initiative der französischen Kriegsgefangenen und mit Geldspenden der Lagerinsassen ein Denkmal aufgestellt, um an die gefallenen Kameraden zu erinnern. Neben den 1.164 Gräbern der Soldaten, lässt sich dort ebenfalls das Grab der Krankenschwester Vera Hahn finden. Sie kam mit 16 Jahren aus Kassel und half bei der Versorgung der Kriegsgefangenen im Lager.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf diesem Friedhof 465 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa beerdigt. Diese Menschen verloren ihr Leben aufgrund der menschenverachtenden Arbeitsbedingungen unter der Herrschaft der Nationalsozialisten. Des Weiteren wurden dort 50 gefallene Militärangehörige unterschiedlicher Nationen beerdigt und höchstwahrscheinlich 5 britische Piloten die 1944 in der Nähe von Kreien abstürzten. 1994 errichte der britische Kriegsgräberdienst, Commonwealth War Graves Commission, auf dem Friedhof einen Gedenkstein für die Piloten.

Gedenkstätte des Monats April 2024

Gedenk- und Kriegsgräberstätte Flucht und Vertreibung Gnoien

Etwa eine Million Deutsche, die in Folge des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat in Südost- und Osteuropa verlassen mussten, verschlug es nach Mecklenburg und dem verbliebenen Teil Pommerns westlich der Oder. Mehr als ein Drittel von ihnen waren Kinder. Im Raum Gnoien kamen in den Jahren 1945 bis 1947 vor allem Menschen – darunter viele (Klein-)Kinder – aus Ostpreußen, Schlesien und Bessarabien an.

Flucht und Vertreibung hatten die Menschen stark geschwächt, so dass sie Hunger, Auszehrung und Krankheiten, die aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen in den Auffanglagern grassierten, schutzlos ausgeliefert waren. 550 Menschen starben nach ihrer Ankunft in Gnoien. Um die Ausbreitung weiterer Krankheiten zu verhindern, wurden die Toten hastig in Massengräbern bestattet. Oft erhielten sie keine oder nur provisorische Grabzeichen. Dieser Umstand und die Tabuisierung der Themen Flucht und Vertreibung zu DDR-Zeiten führten dazu, dass die Namen der Toten und die Grabstätten im Laufe der Zeit in Vergessenheit gerieten.

Erst nach der Wiedervereinigung war es möglich, die Namen, das Alter und die Herkunft der Toten in den Kirchenbüchern zu recherchieren und die Wiederherstellung des Gräberfeldes zu organisieren. Vor allem die Gnoienerin Käthe Uerckwitz hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Toten aus der Anonymität zu holen und ihnen damit ein Stück Würde zurückzugeben. Erstes Ergebnis ihrer Arbeit war 1996 die Errichtung eines Gedenksteines auf dem Gräberfeld.

Im Jahr 2002 führten Reservisten der Kameradschaft "Frankenstein" aus Darmstadt im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. die umfangreiche Umgestaltung der Kriegsgräberstätte zu ihrem heutigen Erscheinungsbild durch. Fünf symbolische Kreuzgruppen mit je drei Kreuzen wurden aufgestellt, der Gedenkstein aus dem Jahr 1996 versetzt und an seiner Stelle zehn Namenstafeln angebracht. Die Namenstafeln erinnern an fünfhundertzwölf Opfer von Flucht und Vertreibung, von denen fünfundvierzig Tote namentlich unbekannt sind. Vier weitere unbekannte Soldaten mit dem Todesjahr 1945 sind gesondert aufgeführt. Der Mahn- und Gedenkstein trägt die Inschrift "Leiden und Sterben, Schmerz und Tränen nicht vergessen / Im Gedenken an die 550 Toten von Flucht und Vertreibung, die hier ruhen / 1945 – 1947“

Bis heute wird die Gedenkstätte von Mitgliedern des Heimatvereins Gnoien e.V. und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Gnoien-Wasdow gepflegt. Jedes Jahr am Volkstrauertag gedenken die Bürgerinnen und Bürger der Stadt gemeinsam mit vielen Vereinen und Verbänden, Mitgliedern der Stadtvertretung und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

                                                                                                                                                                                              

Gedenkstätte des Monats März

Kriegsgräberstätte "Auf der Bug" Dranske auf Rügen

Die Kriegsgräberstätte „Auf der Bug“ ist ein Friedhof in kirchlicher Trägerschaft der Gemeinde Dranske auf Rügen.

Der Ort Dranske war seit dem 19. Jahrhundert militärisch geprägt. Die kaiserlichen Seeflieger waren hier stationiert, später auch die Seeflieger der Wehrmacht. Die Militärsiedlung für die Angehörigen des großen Fliegerhorstes am Bug, der heutige Ortskern, entstand ebenfalls in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Auf dem Bug wurde eine Seefliegerschule für Bordschützen, Funker, Aufklärer und Piloten eingerichtet. Ab November 1944 war hier die Seenotabteilung 81 stationiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zwischen 1946 bis 1948 alle militärischen Anlagen auf dem Bug von sowjetischen Truppen gesprengt oder demontiert. 1961 begann die Nationale Volksarmee der DDR mit dem Aufbau eines Schnellbootstützpunktes auf dem Bug, der 1965 in Betrieb genommen wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Marinestützpunkt Bug ab 1990 aufgelöst und 1991 endgültig geschlossen.

Bis Ende der vierziger Jahre kamen viele Flüchtlinge nach Dranske. Viele überlebten die strapaziöse Flucht nicht, so dass zur Jahreswende 1945/46 siebzig Flüchtlinge und Vertriebene in einem Sammelgrab “Auf der Bug“ bestattet wurden. Danach geriet die Kriegsgräberstätte in Vergessenheit und war wegen der militärischen Nutzung des Geländes auch nicht öffentlich zugänglich. In den 1970er Jahren wurden hier bei Baggerarbeiten menschliche Gebeine gefunden, die Gräber jedoch einfach wieder verschlossen, ohne weitere Maßnahmen zur Identifizierung der Toten oder gar eine Umbettung vorzunehmen.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Sammelgrab zu einer würdigen Kriegsgräberstätte umgestaltet. Nach Recherchen konnten auch die Namen der Toten ermittelt und auf zwei bronzenen Gedenktafeln verewigt werden. Kurze Zeit später übernahm ein Investor das Gelände. Aus diesem Grund ist eine Besichtigung des Geländes nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die mit der Gemeinde Dranske abzustimmen sind. Landseitig ist das Gelände durch einen Zaun gesichert.

Im Jahr 2016 wurde eine der beiden Bronzetafeln - vermutlich über den Uferbereich - entwendet. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für innere Verwaltung, der Gemeinde und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. wurde eine Erneuerung der Gedenktafel in die Wege geleitet.

Auf Initiative des ehemaligen Bürgermeisters Uwe Ahlers findet hier jährlich am Volkstrauertag eine würdige Gedenkstunde statt. Im Jahr 2018 fand auf dieser Kriegsgräberstätte die zentrale Gedenkstunde des Landkreises Vorpommern-Rügen statt.

Der Kreisverband Vorpommern-Rügen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. unterstützt Angehörige beim Zugang zur Anlage.

Gedenkstätte des Monats Februar

Denkmal für die französischen Kriegsgefangenen 1870/71 auf dem katholischen Friedhof in Schwerin

Der unter Denkmalschutz stehende katholische Friedhof an der heutigen Wismarschen Straße in Schwerin wurde ab 1860 angelegt und im Mai 1861 eingeweiht.

Infolge des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurden nach der Schlacht bei Sedan am 2. September 1870 900 französische Soldaten als Kriegsgefangene nach Schwerin gebracht. 50 Franzosen, die während ihres Aufenthaltes in Schwerin starben, wurden im Winter 1870 von der katholischen Gemeinde auf ihrem Friedhof beigesetzt. 48 Gräber und damit die Mehrzahl der Franzosengräber befanden sich zusammen im nordöstlichen Teil des Friedhofs. An dieser Stelle wurde 1872 ein Denkmal errichtet. Zwei Gräber französischer Kriegsgefangener befanden sich in der Reihe der anderen Gräber.

Das Denkmal wurde durch Spenden engagierter Schweriner Bürger ermöglicht. Weitere finanzielle Unterstützung wurde im Mai 1871 beim Großherzog beantragt und bewilligt, so dass das Denkmal 1872 aufgestellt werden konnte. Es ist ein Obelisk aus Sandstein, der auf einem Sockel steht. Es trägt die Inschrift „á la mémoire des 50 prisonniers de guerre Francaise décèdés a Schwerin en hiver 1870/71“ (Zum Gedenken an die 50 französischen Kriegsgefangenen, die im Winter 1870/71 in Schwerin gestorben sind). Lange Jahre war das Denkmal in Vergessenheit geraten. Auf Initiative des Schweriner Bürgers Fritz Löst wurde es 1996 restauriert. Der Gedenkstein enthält neben dem Hinweis auf die 50 Gefallenen des Krieges von 1870/71 eine Inschrift in französischer Sprache, die an die Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges erinnert. Sie lautet: "a nos ainés notre souvenir ému / les prisonniers français de la guerre 1939-1940" ("Unseren Ältesten unser bewegtes Gedenken / die französischen Kriegsgefangenen 1939-1940").

Auf dem katholischen Friedhof ruht auch ein polnischer Kriegstoter aus dem Zweiten Weltkrieg.

Einmal jährlich im Herbst führt das Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern einen Pflegeeinsatz auf dieser Kriegsgräberstätte durch.

Die Gedenkstätte des Monats Januar

Ehrenanlage „Cap Arcona“ in Grevesmühlen

Das Konzentrationslager Neuengamme und zahlreiche Außenlager wurden Mitte April 1945 vor den heranrückenden britischen Truppen geräumt und die Häftlinge auf Todesmärschen nach Lübeck getrieben. Hier wurden die Häftlinge unter anderem auf das Kreuzfahrtschiff „Cap Arcona“ gepfercht. Zeitweise war die „Cap Arcona“ mit 7.500 Häftlingen an Bord völlig überfüllt. Mangelhafte Ernährung und unzureichende hygienische Verhältnisse führten zu zahlreichen Todesfällen. Die Gründe, warum die Häftlinge auf die Schiffe getrieben wurden, sind in der historischen Forschung bis heute umstritten. Schließlich wurde ein Teil der Häftlinge von der „Cap Arcona“ auf andere Schiffe verlegt, so dass sich Anfang Mai je nach Quelle zwischen 4.500 und 6.000 Häftlinge und 500 Besatzungsmitglieder, Flakmatrosen und Bewacher auf der „Cap Arcona“ befanden.

Am 3. Mai 1945 griff die Royal Air Force die Schiffe an, die sie fälschlicherweise für deutsche Truppentransporter hielt. Die "Cap Arcona“ geriet in Brand und kenterte. Die Häftlinge hatten kaum eine Chance, sich zu retten, nur wenige überlebten. Von den 7000 Häftlingen, die an diesem Tag auf der „Cap Arcona“ und den anderen Schiffen inhaftiert waren, sind insgesamt 6400 verbrannt, ertrunken oder erschossen worden. Da die Wassertemperatur an diesem Tag nur 8° C betrug, konnten sich die meisten Häftlinge nicht mehr schwimmend ans Ufer retten, da ihnen vorher die Kräfte versagten. Hinzu kamen Angriffe der britischen Piloten auf die schwimmenden Überlebenden. Die Toten wurden an die Küsten der Lübecker Bucht in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gespült. In Groß Schwansee, direkt an der Ostseeküste, wurden die ersten Opfer in einem Dünenfeld bestattet. In den folgenden Jahren wurden die sterblichen Überreste von weiteren 407 Kriegsopfern angespült und in Massengräbern beigesetzt. 1948 wurde beschlossen, die Grabstätte in Groß Schwansee zu einer Gedenkstätte umzugestalten. Doch schon wenige Jahre später, Mitte der 1950er Jahre, entschied man sich, die Gräber- und Gedenkstätte nach Grevesmühlen auf den Tannenberg zu verlegen. Grund dafür war die Grenznähe des Ortes Groß Schwansee.

1954 begann der Schweriner Bildhauer Rolf Lange mit der Umgestaltung des Grevesmühlener Tannenberges zur zentralen Gedenkstätte des Kreises, nachdem alle Toten aus Groß Schwansee umgebettet worden waren. Drei Jahre später, 1957, waren die Umbettungs- und Gestaltungsarbeiten abgeschlossen, so dass die feierliche Einweihung im Beisein von Überlebenden stattfinden konnte. Die neu geschaffene Cap-Arcona-Mahn- und Gedenkstätte ist als kreisförmiger Hain im Wald angelegt. Den Mittelpunkt bildet ein großer Steinblock mit einem roten Dreieck, dessen Spitze nach unten zeigt. Dieses Zeichen sollte den „Roten Winkel“ symbolisieren, den die politischen Häftlinge während ihrer Haft im Konzentrationslager an ihrer Kleidung tragen mussten. In der Ikonographie des Gedenkens in der DDR spielte dieser „rote Winkel“ eine zentrale Rolle. Damit wurden die Häftlinge des Todesmarsches implizit zu politischen Häftlingen, zu „antifaschistischen Widerstandskämpfern“ erklärt. Dieser Vorgang steht pars pro toto für die selektive Darstellung des antifaschistischen Widerstands in der Gedenkpraxis der DDR. Der „antifaschistische Kampf“ war zentral für das kollektive Geschichtsbewusstsein und wurde als ununterbrochene Tradition des kommunistischen Widerstands dargestellt. In der Folge wurden die meisten Opfergruppen in den Begriff des „antifaschistischen Widerstandskämpfers“ integriert. Nicht selten wurden auch verstorbene Sozialdemokraten, Gewerkschafter oder Parteilose, Fremdarbeiter, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge zu „antifaschistischen Widerstandskämpfern“ umgedeutet, deren (vermeintliche) Ziele die SED-Führung in der DDR verwirklicht habe. Damit wurde der eigene Staat in eine kämpferische Traditionslinie gestellt. Diese geschichtsverfälschende Bezeichnung der verschiedenen Opfergruppen als „Widerstandskämpfer“ verwischte völlig die Unterschiede zwischen der sehr geringen Zahl der aktiven Widerstandskämpfer und der sehr großen Zahl der tatsächlichen Opfer.

Nach der Wiedervereinigung eröffnete 1994 das Stadtgeschichtliche Museum Grevesmühlen eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Unglücks und bietet Führungen zur Gedenkstätte auf dem Tannenberg an. Im Sammelgrab unter der Gedenkstätte ruhen heute nach der offiziellen Gräberliste des Landesamtes für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern 460 namentlich nicht bekannte Kriegstote. Für die Pflege dieser Kriegsgräberstätte ist die Stadt Grevesmühlen verantwortlich. Die Gedenkstätte wurde 2019 für mehr als 200.000 Euro saniert. Es entstanden Informationstafeln, Wege sowie ein Parkplatz, damit die Anlage gut zu erreichen ist.


 

Kulturdenkmal des Jahres aus früheren Jahren

Folgende Kulturlandschaftselemente waren bisher Kulturdenkmal des Jahres:

  • 2004: Brunnen
  • 2005: Die Dorfkirche
  • 2006: Historische Bahnhöfe
  • 2007: Brücken und Brückenheilige
  • 2008: Historische Wirtshäuser
  • 2009: Richt- und Gerichtsstätten
  • 2010: Historische Schulgebäude
  • 2011: Historische Wasserbauten
  • 2012: Historische Wege
  • 2013: Historische Amts- und Rathäuser
  • 2015: Historische Friedhöfe
  • 2017: Historische Gedenkorte
  • 2018: Historische Keller
  • 2019: Historische Nutzgärten
  • 2020: Historische Orte der Heilung und Gesundheit
  • 2021: Historische Orte der Gemeinschaft
  • 2022: Historische Mühlen und Hämmer
  • 2023  Kulturlandschaft Wald

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