Die Mühle des Monats März...

dreht sich in Malchow

Stadtwindmühle Malchow

Im 13. und 14. Jahrhundert arbeiteten rund um die Stadt Malchow herum mehrere Wassermühlen. Sie befanden sich auf dem Festland, während die Stadt selbst auf einer Insel lag. Im 18. Jahrhundert kamen zu diesen Wassermühlen noch Windmühlen hinzu.

Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich die Zahl der Windmühlen auf drei erhöht. Eine verbliebene Wassermühle des Klosters verlor an Bedeutung.

Obwohl es den Windmühlen nicht an Mahlgästen fehlte, gab es Streitigkeiten. Unter anderem sollen sich 1851 zwei Müller gegenseitig bezichtigt haben, sich den Wind wegzunehmen. Als keine Einigung mehr möglich schien, brach Müllermeister Joachim Heinrich Schröder seine Mühle ab und baute auf dem sogenannten Schwerin‘schen Berg eine neue Mühle nach holländischer Art. Als sogenannte Stadtwindmühle ist sie heute eines der Wahrzeichen der Inselstadt.

1882, inzwischen gab es vier Windmühlen, musste sie zwangsversteigert werden. Der neue Besitzer vergrößerte den Betrieb um eine Bäckerei und hat die Leistungsfähigkeit der Mühle 1892 durch den Bau einer Dampfmaschine erheblich gesteigert. Hinzu kam ein großes Lagerhaus. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie erneut umgebaut und modernisiert. In den 1920er Jahren löste der Elektromotor die Dampfmaschine ab. Jetzt konnten täglich bis zu 10 t Brotgetreide gemahlen werden.

1940 verkaufte die Witwe und Erbin des letzten Müllers die Dampf- und Windmühle mit dem Kornspeicher, den sonstigen Baulichkeiten und allem Acker an die Stadt. Als Stadtmühle wurde sie verpachtet und bis 1959 weitergeführt.

1948 wurden Flügel und Windrose demontiert. Der Pächter meinte, die Windmüllerei sei überaltert. „Zigtausend Windmühlen sind in den letzten 20 Jahren aus dem Landschaftsbilde verschwunden. Die Erhaltungskosten stehen in keinem Verhältnis mehr zu den Erträgen.“ Dem Ansinnen wurde vom Rat der Stadt Malchow zugestimmt, "da die Stadtmühle Malchow nicht unter Naturschutz steht".

1959 wurde die Technik entfernt. Die Mühle verfiel bis in die 1990er Jahre. Pläne, sie zu einer Bauernstube auszubauen, wurden nie verwirklicht. Erst zwischen 1995 und 1998 erfolgte über ABM-Maßnahmen eine umfangreiche Restaurierung der Mühle mit dem Neubau von Kappe und Flügelanlage. Die Absicht, mit den neuen Flügeln auf ökologisch vertretbare Weise elektrischen Strom zu produzieren, konnte nur einige Jahre in bescheidenem Maße umgesetzt werden.

Seitdem wird die Mühle für Ausstellungen genutzt und ist Mittelpunkt der jährlichen Feste zum Deutschen Mühlentag.

Gemeinsam mit Jürgen Kniesz und Jan-Ludwig Bauditz vom Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern jeden Monat eine Mühle des Monats.

Weitere Hintergründe erfahren Sie unter Kulturdenkmal des Jahres.

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Quelle: Jürgen Kniesz

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