Kein Hüsung

Die Fritz-Reuter-Bühne spricht und spielt Fritz Reuters berühmte Verserzählung

1856 entstand in Neubrandenburg Reuters persönlichstes und emotionalstes Werk,  die plattdeutsche sozialkritische Verserzählung „Kein Hüsung“. Die sozialen Fragen seiner Heimat, die persönlichen Schicksale der Armen als Folge der unmenschlichen mecklenburgischen „Heimatgesetzgebung” waren Reuter seit langem aus Literatur, Geschichte und vor allem aus der unmittelbaren Gegenwart bekannt. Mit dieser in der Vormärzzeit angesiedelten tragischen Geschichte von den Tagelöhnern Johann und Marie und dem brutalen Gutsbesitzer, der den beiden Liebenden Wohnung und Niederlassungsrecht verweigert und von Johann im Affekt getötet wird, erhob Reuter Anklage gegen die Willkür der Gutsbesitzer und die Rechtlosigkeit der sozial Abhängigen.

Johann und Marie wollen heiraten, denn Marie erwartet ein Kind. Da Marie sich dem sexuellen Begehren des Gutsherrn verweigert hat, gestattet der Johann und Marie nicht, im Dorf Hüsung zu nehmen. In einem Streit tötet Johann den Herrn und flieht als „Mörder“ nach Amerika. Marie bleibt im Dorf zurück, bringt das Kind zur Welt und stirbt später in geistiger Umnachtung. Nach 10 Jahren holt Johann seinen Sohn zu sich: Er soll als freier Mensch aufwachsen. 

Reuter hielt das Werk, das von der konservativen Presse scharf ablehnende Kritik erfuhr, für sein bestes: „[…] dat is en düstern Gast mit swarte kruse Hoor un glupsche Ogen un wenn de annern Gören üm mi rümmer jachern un lachen, denn steiht hei för sik allein in de Eck un kickt in dat lustige Kinnerspill, as wull hei seggen: ‚Wat? Ji lacht un ik müggt weinen!’ Denn gah ik nah em ranne un,segg un strik em äwer dat kruse Hoor: ‚Lat! – Lat sei lachen! – Un mit Di ward’t ok woll mal beter. – Du büst doch min Best! – Du büst min leiw >Kein Hüsung<’."

Bis in die Gegenwart findet „Kein Hüsung“ sehr unterschiedliche Wertungen und fordert zum Meinungsstreit heraus. 

Die Schweriner Fritz-Reuter-Bühne hat die Verserzählung von Fritz Reuter, die wohl niemanden kaltlässt, zu ihrem 90jährigen Jubiläum im Staatstheater Schwerin inszeniert und präsentiert es nun als Hörspiel in Zusammenarbeit mit dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern.

 

Das Hörspiel "Kein Hüsung"


Kapittel 1: De Not

 

Kapittel 2: De Schimp

 

Kapittel 3: De Hass

 

Kapittel 4: De Grull

 

Kapittel 5: De Sorg

 

Kapittel 6: De Dod

 

Kapittel 7: De Murd

 

Kapittel 8: De Fluch

 

Kapittel 9: De Vertwieflung

 

Kapittel 10: De Nacht

 

Kapittel 11: Dat Enn

 

Abspann

 

 

Mitwirkende

 
 

Erzähler: Andreas Auer
Jehann: Jens Tramsen
Marik: Stefanie Fromm
Oll Daniel: Klaus Engeroff
De Herr: Christoph Reiche
De Inspektor: Bernhard A. Wessels
De Möllersfru: Kerstin Westphal
Oll Brand: Rudolf Korf
Außerdem: Henry Meyer und Rolf Petersen

Ton und Technik: Kai Poppe

Regieassistenz: Joane Reimann und Lisa Krumme
Konzeption und Regie: Bernd Reiner Krieger

Text: Fritz Reuter
Textfassung für das Hörspiel: Bernd Rainer Krieger, Ulrike Stern und Rudolf Korf
mit Musik von Arvo Pärt

Fotos von den Proben zur Jubiläumsaufführung 2016 von Silke Winkler.

Eine Produktion der Fritz-Reuter-Bühne Schwerin in Zusammenarbeit mit dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern und gefördert mit Mitteln der Kulturförderung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern.

Projektpartner

Die Fritz-Reuter-Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters hat das Hörspiel künstlerisch gestaltet.

Das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald (KND) hat für die Nutzung des Hörspiels im Unterricht eine umfangreiche Handreichung erstellt.
Sie finden sie auf den Seiten des KND: Handreichung Kein Hüsung

 

 

 


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