Sender unserer Heimat... Tagungsrückblick

Am 26. August diskutierte das Publikum mit Vertretern aus NDR, Medienanstalt, Rundfunkrat, Medienausschuss und Politik unter anderem zu Plattdeutsch in den Medien und der Darstellung der Lebensleistung der Ostdeutschen.

 

Der Heimatverband ludt am 26. August 2019 zur Diskussion über den Rundfunk in Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Tagung "Sender für unsere Heimat - Heimat für unsere Sender". Der NDR mit seinem Intendanten Lutz Marmor und sein Rundfunkrat, vertreten durch Susanne Schöttke, stellten vor, wie sie das Thema Heimat in ihren Programmen präsentieren und welche Bedeutung sie in Mecklenburg-Vorpommern haben. Mit Bert Lingnau, dem Direktor der Landesmedienanstalt, und Dr. Reinhard Dettmann, einem Vertreter des zugehörigen Medienausschusses, wurde die Vielfalt der öffentlichen und privaten, kommenziellen und nichtkommerziellen Sender vorgestellt und die Arbeit, die in der Medienanstalt des Landes geleistet wird.

Dr. Cornelia Nenz, die die Initiative für diese Tagung ergriffen hatte, begrüßte alle. Sie ist nicht nur Vorsitzendes des Heimatverbandes sondern ist für den Heimatverband in den NDR-Rundfunkrat delegiert und hat dort den Vorsitz inne. In seinem Vortrag betonte Lutz Marmor sowohl den Charakter des NDR als Ost-West-Sender, der sich den Herausforderungen des Ost-West-Dialogs stellt, als auch die Wahrnehmung des NDR als Berichterstatter aus der Region nicht aber der lokalen Themen, der nicht nur Nachrichten sondern auch Lebensgefühl vermittelt. Als Vertreterin des Landesrundfunkrates zeigte Susanne Schöttke auf, dass die Gebührenfinanzierung eine unabhängige, ausgewogene, seriöse und analytische Berichterstattung ermöglicht. Diese Qualitätskriterien werden von den ehrenamtlichen Mitgliedern im Rundfunkrat stets kontrolliert und eingefordert. Bert Lingnau stellte in seinem Vortrag unter anderem die Möglichkeit dar, in den Bürgerradios im Land eigene Radiosendungen zu produzieren und zu senden. Reinhard Dettmann beschrieb unter anderem die demokratischen Prozesse im Medienausschuss und welche Projekte zur Medienkompetenz aus den verfügbaren Mitteln der Medienanstalt gefördert wurden und werden. Auch ein Medienkompass zum Umgang mit neuen Medien ist darunter.

In der Podiumsdiskussion, moderiert von Renate Heusch-Lahl, brachte Philipp da Cunha auch die politische Perspektive mit ein, wenn es zum Beispiel um die Sicherung der Infrastruktur von Sendemasten und Internetzugängen geht. Hier müssen im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern viele technische Probleme gelöst werden. Die Teilnehmer aus dem Publikum forderten eine Darstellung von Mecklenburg-Vorpommern unter stärkerer Berücksichtigung der Erfahrungen aus der DDR und der Lebensleistung derjenigen ein, die sich mitten im Leben in ein neues politisches und soziales System einfinden mussten. Hier betonten die Medienmacher, dass die Berichterstattung seit dem Beginn der 1990er durchaus differenzierter und weniger klischeehaft geworden ist. Auch plattdeutsch war ein zentrales Thema in der Diskussion: Während die Rundfunkhörer und -zuschauer mehr plattdeutsche Beiträge forderten, betonten die Medienmacher, dass sie angesichts des relativ geringen allgemeinen Interesses sich darum bemühen, das bestehende Programm aufrecht zu erhalten. Hier brachten sich auch Elke Haferburg und Joachim Böskens vom Landesfunkhaus in Schwerin in die Diskussionen ein. Kristin Schröder vom Rostocker Bürgerradio LOHRO ludt zu Medienprojekten mit plattdeutsch ein. Bernd Lubs berichtete von seinen Erfahrungen seiner Plattdeutschsendung beim Bürgerradio NB Radiotreff und forderte eine stärkere Förderung von plattdeutschen Nachwuchsbands durch den NDR ein.

Die Medientagung ermöglichte die Begegnung zwischen Medienmachern und dem Publikum, gab einen Einblick in den Rundfunkrat und Medienausschuss als „Anwalt“ der Bürger bei den Medien und ermutigte alle Anwesenden, sich für ihre Heimatmedien mit Informationen oder gar eigenen Beiträgen zu engagieren.

 

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